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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 181

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 181 0

HEUTE: 1.“Apokalypse“ – Volksbühne / 2. „Hanussen“ – Kleines Theater am Südwestkorso / 3. „Die Griechen“ – Berliner Ensemble

1. Volksbühne: Apokalyptische Bibelei mit Wolfram Koch als Untergangsunterhalter im gelben PVC-Dress
22 Kapitel in der Lutherbibel voll metaphysischen Horrors: Der blutig sich austobende Mensch, unfähig zu Einsicht, Buße, Gottesfurcht, müsse unterm Triumph-Täteretää der Engelstrompeten in der Hölle verfeuert werden. Die bedingungslose Zurücknahme des verpfuschten Menschengeschlechts, Vernichtung, Weltuntergang – das verlange der Zorn Gottes. So steht es, mit starken Worten verlautbart, in der Offenbarung des Johannes. Die „Apokalypse“, ein grauenvoller Warn-, Einschüchterungs- und Angstmachetext. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 180

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 180 0

HEUTE: 1. „In alter Frische“ – Komödie am Kurfürstendamm / 2. Lese-Tipp zwei Memoiren-Bücher: Dieter Mann „Schöne Vorstellung“, Michael Eberth „Einheit“

1. Kudamm-Komödie: Rentner-Gang trifft Frischling
Neue Saison, neues Spiel – und gleich ein Knaller! Dabei ist das Neue eigentlich ein altbekanntes Spielchen. Doch wenn man’s kann, ist‘s immer wieder amüsant. Hier, im frechen Volksstück „In alter Frische“, da können es – Glücksfall! – alle miteinander.

Die alte Sache, das ist die klassische Konstellation: Ein Henry Higgins trifft auf eine Eliza Doolittle, die Göre aus der Gosse. Der ruppige Professor domestiziert die nicht minder Ruppige, bringt ihr trotz gehöriger Zickereien ordentlich was bei und setzt das trotzig rotzende Mädel schließlich in bürgerliche Bahnen. Der gewiefte österreichische Autor Stefan Vögel macht mit gut angespitzter Feder aus Higgins den Gymnasialprofessor Ludwig von Schwitters (Walter Plathe), der nicht ganz so honorig ist, wie er vorgibt; und aus Eliza wird die dezent verwahrloste alleinerziehende Schulabbrecherin, Transferbezieherin und Alleinerziehende Paula Pfitzner (Joanna Semmelrogge), die trainiert wird für einen Erfolg im zweiten Bildungsweg sowie im (bürgerlichen) Leben überhaupt. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 179

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 179 0

Die Ferien vorbei – und Vorhang auf für eine neue Spielzeit! Ab jetzt wieder, wie immer montags neu, meine Berliner Theaterbetriebsnotizen. Auf geht’s!

HEUTE: 1. Ranking: Die Gewinner der Kritiker-Umfrage von „Theater heute“ / 2. Sechzigster Todestag von Bertholt Brecht

1. Die Ruhmreichen… Vom alljährlich großen Lorbeerkränze-Verteilen
Das 2016er Ranking ist raus. 43 Kritiker aus dem deutschsprachigen Raum hatte das Fachmagazin „Theater heute“ eingeladen, zum Stichtag 27. Mai ihre Besten, ihr Bestes der Saison 2015/16 zu küren. Ein Vierteljahr später haben wir das Ergebnis: Schauspieler des Jahres sind stimmgleich Edgar Selge und Caroline Peters (er für „Unterwerfung“ nach Houellebecq am Hamburger Schauspielhaus; sie für ihre Ella Rentheim in „John Gabriel Borkman“ nach Ibsen, Koproduktion Basel/Burgtheater Wien). Bestes deutschsprachiges Stück wurde „The Situation“ von Yael Ronen am Gorki Berlin (s. Spiral-Block 138); bestes ausländisches Stück „Geächtet“ von Ayad Akhtar. Bühnenbildner des Jahres wurde postum Volksbühnen-Designer (und Miterfinder) Bert Neumann. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 178

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HEUTE: 1./2. „“Kabale der Scheinheiligen“ – Volksbühne / „Die Räuber“ – Berliner Ensemble / 3. Ausstellungs-Tipp: Harry Graf Kessler – Der Geschmackspapst seiner Generation / 4. Das große FVB-Sommerfest am 25. Juni / 5. Tschüss! Spielzeitpause und ab in die schöne Ferienzeit…

1./2. Volksbühne / Berliner Ensemble
1. Das war nun kürzlich mal wieder ein echt Berliner Wahnsinns-Premieren-Wochenende: Knapp neun Stunden Schauspiel! Und da war alles drin; von supertoll bis sterbenslangweilig, von Genialität bis Banalität. Erst und als Vorspiel sozusagen im Berliner Ensemble Schillers „Räuber“, inszeniert von Leander Haußmann. Dann am Abend und in der Nacht darauf in der Volksbühne eine Fünfeinhalb-Stunden-Frank-Castorf-Tour-de-Force mit vielen Autoren und einem Regisseur unter dem Titel „Die Kabale der Scheinheiligen. Das Leben des Herrn Molière“. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 177

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HEUTE: 1. „Berlin Alexanderplatz“ – Deutsches Theater / 2. Ausstellungs-Tipp: Farbrausch! August Kopisch in der Alten Nationalgalerie / 3. „The One“ – Vorschau auf die neue Show im Friedrichstadt-Palast

1. Deutsches Theater
Der Großstadt-Roman „Berlin Alexanderplatz“ des Berliner Arztes Alfred Döblin, erschienen 1929, wurde ein Welterfolg – und gibt saftig Futter für Film (Rainer Werner Fassbinder) und fürs Theater. In Berlin nach 1990 gleich dreimal: 1999 am Gorki-Theater gab Ben Becker den Franz Biberkopf, den armen Hund, der sich im Großstadtdschungel zwischen Alex und Oranienburger mehr oder weniger tapfer durchschlägt (Regie Uwe Eric Lauffenberg, Bearbeitung Oliver Reese). 2005 Frank Castorfs Züricher Inszenierung, die dann in der Abrissruine vom DDR-Palast der Republik ein Hit war. 2009 an der Schaubühne unter Volker Löschs Regie mit echten Knackis als Proletenchor aus der JVA Tegel. Und jetzt inszenierte Sebastian Hartmann am DT den in Montagetechnik virtuos konstruierten Groß-Roman, der das schwere Schicksal des wild-verwegenen, virilen Proleten Biberkopf einbettet in die bizarr schillernde, elende Wirrnis der explodierenden Metropole Berlin. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 176

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HEUTE: 1. „Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße“ – Berliner Ensemble / 2. Fernsehtipp Montagskultur unterwegs: Der FVB-Theater-Talk auf Alex-TV

1.Berliner Ensemble
Die Hauptfigur trägt den signifikanten Namen „Ich“. Dahinter steckt natürlich der Autor selbst: Peter Handke. Und dieses „Ich“, fantastisch gespalten in ein „Ich, der Erzähler“ sowie in ein „Ich, der Dramatiker“. Dieser Zwitter nistet in einem üblen Haufen Gerümpel an einer längst verlassenen Bushaltestelle in der weiten Kurve einer öden Straße. Dort, in diesem Irgendwo zwischen Anfang und Ende (was die Regie zu füllen hat), begegnen dem programmatisch gesplitteten Ich eine fremde Frau sowie eine Horde unschuldig streunender, am Handy hängender Passanten. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 175

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HEUTE: 1. „Wallenstein“ – Schaubühne / 2. Naturkundemuseum – Ausstellungstipp

1. Schaubühne
Bühne wie Zuschauersaal sind ein von Rauch durchzogener Riesenbunker. Ein einziges Nacht- und Nebelloch. Ein vergittertes Gefängnis. Ein schwarzer Endzeitbunker. Alles beginnt aus dem Off mit gefährlichem Krachen, Detonationen, mit ab- und anschwellendem Dröhnen, als kreisten Kampfhubschrauber über dem Saal (Bühne: Olaf Altmann; Musik: Bert Wrede). Es ist die unheimliche, bedrohliche, gewaltbeladene Atmosphäre des Krieges. Sie beherrscht vom ersten bis zum letzten Moment die „Wallenstein“- Inszenierung von Michael Thalheimer. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 174

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HEUTE: 1. „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ – Schaubühne / 2. „Graf Öderland / Wir sind das Volk“ – Einmaliges Gastspiel des Staatsschauspiels Dresden im Deutschen Theater am 4. Juni

1.Schaubühne
Kleinstadtmief, alte fette Nazis in neuen fetten Nestern, der von den Eltern bevorzugte kleine Bruder, die kranke Mama, die doofen Ansagen im Beichtstuhl, die nervige Fürsorge der Caritas-Tante, die langen Haare, die Beatles, die Stones, die erste Freundin, die schweren Ängste, die großen Ungerechtigkeiten, die verrückten Fantasien – ein namenlos gebliebener superschlauer Überflieger im Westdeutschland der 1960er Jahre hat es mit seinen gut dreizehn Lenzen wahrlich nicht leicht mit sich und seiner Pubertät und seiner Heimat im Hessischen. Womöglich sind es solcherart Daseinsprobleme, die zur Gründung der RAF führten, als deren Erfinder sich der pickelige Pubertätling in seinen tollen, wahnhaften Fantasien sieht. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 173

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Frühling ist’s, ich lass es gelten, / Und mich freut’s, ich muss gestehn, / Dass man kann spazierengehn, / Ohne just sich zu erkälten…“ – Hoffentlich! Liebe Leser und Freunde, ich freu‘ mich mit Ludwig Uhland und wünsche „Frohe Pfingsten!“

HEUTE: 1. „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ – Renaissancetheater / 2. „Und Gad ging zu David“ – im Theater Tiyatrom / 3. „Almania“ Tipp für die Bar jeder Vernunft

1. Renaissance-Theater
„Er war ein Lump als er kam. Ich erzog ihn, jetzt haben wir einen erzogenen Lumpen.“ Er, das ist Goethe, dieser vom Weimarer Herzog angeschleppte Jungadvokat. Ein frecher Schnösel, aber begabt und bereits wahnsinnig berühmt („Werther“!). Und wer ihn da „erzog“ und vermeintlich überhaupt erst gesellschaftsfähig machte, also fürs Staatsamt zurichtete, das ist Charlotte Albertine Ernestine Freifrau von Stein; eine gesellschaftliche Institution der Residenzstadt, dem hübschen Kaff an der Ilm. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theater-Betriebsnotizen 172

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HEUTE: 1. „Unterwerfung“ – Deutsches Theater / 2. Mit Sibylle Berg im Kino / 3. Wie jedes Jahr im Mai: Theatertreffen

1. Deutsches Theater
Francois, Literaturprofessor an der Pariser Sorbonne. ein Kerl zwar in den besten Jahren, aber auffallend schlaff. Der öde Uni-Betrieb geht ihm auf den Keks, Karriereklettern interessiert nicht, umso mehr ist er gierig auf Sex. Ansonsten ist er fertig mit der Welt, mit dem Christentum, dem Abendland sowieso nebst seinen längst diskreditierten Werten. Ein nicht untypischer westlicher Intellektueller, nihilistisch mit zynischem Witz, ziemlich ausgebrannt und suizidgefährdet. Weiterlesen

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