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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 178

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 178 0

HEUTE: 1./2. „“Kabale der Scheinheiligen“ – Volksbühne / „Die Räuber“ – Berliner Ensemble / 3. Ausstellungs-Tipp: Harry Graf Kessler – Der Geschmackspapst seiner Generation / 4. Das große FVB-Sommerfest am 25. Juni / 5. Tschüss! Spielzeitpause und ab in die schöne Ferienzeit…

1./2. Volksbühne / Berliner Ensemble
1. Das war nun kürzlich mal wieder ein echt Berliner Wahnsinns-Premieren-Wochenende: Knapp neun Stunden Schauspiel! Und da war alles drin; von supertoll bis sterbenslangweilig, von Genialität bis Banalität. Erst und als Vorspiel sozusagen im Berliner Ensemble Schillers „Räuber“, inszeniert von Leander Haußmann. Dann am Abend und in der Nacht darauf in der Volksbühne eine Fünfeinhalb-Stunden-Frank-Castorf-Tour-de-Force mit vielen Autoren und einem Regisseur unter dem Titel „Die Kabale der Scheinheiligen. Das Leben des Herrn Molière“. Weiterlesen

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 177

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 177 0

HEUTE: 1. „Berlin Alexanderplatz“ – Deutsches Theater / 2. Ausstellungs-Tipp: Farbrausch! August Kopisch in der Alten Nationalgalerie / 3. „The One“ – Vorschau auf die neue Show im Friedrichstadt-Palast

1. Deutsches Theater
Der Großstadt-Roman „Berlin Alexanderplatz“ des Berliner Arztes Alfred Döblin, erschienen 1929, wurde ein Welterfolg – und gibt saftig Futter für Film (Rainer Werner Fassbinder) und fürs Theater. In Berlin nach 1990 gleich dreimal: 1999 am Gorki-Theater gab Ben Becker den Franz Biberkopf, den armen Hund, der sich im Großstadtdschungel zwischen Alex und Oranienburger mehr oder weniger tapfer durchschlägt (Regie Uwe Eric Lauffenberg, Bearbeitung Oliver Reese). 2005 Frank Castorfs Züricher Inszenierung, die dann in der Abrissruine vom DDR-Palast der Republik ein Hit war. 2009 an der Schaubühne unter Volker Löschs Regie mit echten Knackis als Proletenchor aus der JVA Tegel. Und jetzt inszenierte Sebastian Hartmann am DT den in Montagetechnik virtuos konstruierten Groß-Roman, der das schwere Schicksal des wild-verwegenen, virilen Proleten Biberkopf einbettet in die bizarr schillernde, elende Wirrnis der explodierenden Metropole Berlin. Weiterlesen

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 176

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 176 0

HEUTE: 1. „Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße“ – Berliner Ensemble / 2. Fernsehtipp Montagskultur unterwegs: Der FVB-Theater-Talk auf Alex-TV

1.Berliner Ensemble
Die Hauptfigur trägt den signifikanten Namen „Ich“. Dahinter steckt natürlich der Autor selbst: Peter Handke. Und dieses „Ich“, fantastisch gespalten in ein „Ich, der Erzähler“ sowie in ein „Ich, der Dramatiker“. Dieser Zwitter nistet in einem üblen Haufen Gerümpel an einer längst verlassenen Bushaltestelle in der weiten Kurve einer öden Straße. Dort, in diesem Irgendwo zwischen Anfang und Ende (was die Regie zu füllen hat), begegnen dem programmatisch gesplitteten Ich eine fremde Frau sowie eine Horde unschuldig streunender, am Handy hängender Passanten. Weiterlesen

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 175

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HEUTE: 1. „Wallenstein“ – Schaubühne / 2. Naturkundemuseum – Ausstellungstipp

1. Schaubühne
Bühne wie Zuschauersaal sind ein von Rauch durchzogener Riesenbunker. Ein einziges Nacht- und Nebelloch. Ein vergittertes Gefängnis. Ein schwarzer Endzeitbunker. Alles beginnt aus dem Off mit gefährlichem Krachen, Detonationen, mit ab- und anschwellendem Dröhnen, als kreisten Kampfhubschrauber über dem Saal (Bühne: Olaf Altmann; Musik: Bert Wrede). Es ist die unheimliche, bedrohliche, gewaltbeladene Atmosphäre des Krieges. Sie beherrscht vom ersten bis zum letzten Moment die „Wallenstein“- Inszenierung von Michael Thalheimer. Weiterlesen

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 174

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HEUTE: 1. „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ – Schaubühne / 2. „Graf Öderland / Wir sind das Volk“ – Einmaliges Gastspiel des Staatsschauspiels Dresden im Deutschen Theater am 4. Juni

1.Schaubühne
Kleinstadtmief, alte fette Nazis in neuen fetten Nestern, der von den Eltern bevorzugte kleine Bruder, die kranke Mama, die doofen Ansagen im Beichtstuhl, die nervige Fürsorge der Caritas-Tante, die langen Haare, die Beatles, die Stones, die erste Freundin, die schweren Ängste, die großen Ungerechtigkeiten, die verrückten Fantasien – ein namenlos gebliebener superschlauer Überflieger im Westdeutschland der 1960er Jahre hat es mit seinen gut dreizehn Lenzen wahrlich nicht leicht mit sich und seiner Pubertät und seiner Heimat im Hessischen. Womöglich sind es solcherart Daseinsprobleme, die zur Gründung der RAF führten, als deren Erfinder sich der pickelige Pubertätling in seinen tollen, wahnhaften Fantasien sieht. Weiterlesen

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK:  Theaterbetriebsnotizen 173

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Frühling ist’s, ich lass es gelten, / Und mich freut’s, ich muss gestehn, / Dass man kann spazierengehn, / Ohne just sich zu erkälten…“ – Hoffentlich! Liebe Leser und Freunde, ich freu‘ mich mit Ludwig Uhland und wünsche „Frohe Pfingsten!“

HEUTE: 1. „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ – Renaissancetheater / 2. „Und Gad ging zu David“ – im Theater Tiyatrom / 3. „Almania“ Tipp für die Bar jeder Vernunft

1. Renaissance-Theater
„Er war ein Lump als er kam. Ich erzog ihn, jetzt haben wir einen erzogenen Lumpen.“ Er, das ist Goethe, dieser vom Weimarer Herzog angeschleppte Jungadvokat. Ein frecher Schnösel, aber begabt und bereits wahnsinnig berühmt („Werther“!). Und wer ihn da „erzog“ und vermeintlich überhaupt erst gesellschaftsfähig machte, also fürs Staatsamt zurichtete, das ist Charlotte Albertine Ernestine Freifrau von Stein; eine gesellschaftliche Institution der Residenzstadt, dem hübschen Kaff an der Ilm. Weiterlesen

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theater-Betriebsnotizen 172

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theater-Betriebsnotizen 172 0

HEUTE: 1. „Unterwerfung“ – Deutsches Theater / 2. Mit Sibylle Berg im Kino / 3. Wie jedes Jahr im Mai: Theatertreffen

1. Deutsches Theater
Francois, Literaturprofessor an der Pariser Sorbonne. ein Kerl zwar in den besten Jahren, aber auffallend schlaff. Der öde Uni-Betrieb geht ihm auf den Keks, Karriereklettern interessiert nicht, umso mehr ist er gierig auf Sex. Ansonsten ist er fertig mit der Welt, mit dem Christentum, dem Abendland sowieso nebst seinen längst diskreditierten Werten. Ein nicht untypischer westlicher Intellektueller, nihilistisch mit zynischem Witz, ziemlich ausgebrannt und suizidgefährdet. Weiterlesen

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theater-Betriebsnotizen 171

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theater-Betriebsnotizen 171 0

HEUTE: 1. „Die Hose“ – Renaissance Theater / 2. TV-Hinweis Theatertalk / 3. Peter Zadek zum 90. – Berliner Ensemble / 4. Der besondere Ausstellungs-Tipp: Volker Pfüller im MFI

1.Renaissance Theater
Die Hose rutscht, sie fällt – ein Damenunterhöschen liegt auf der Straße. Na und? Wir haben mit diesem Hosen-Fall, diesem lapidaren Einfall des Dramatikers Carl Sternheim nichts weiter als eine der trefflichsten Satiren über den Wilhelminismus, das Deutsch-Nationale, das gespreizt Gutbürgerliche mit seiner doppelten Moral und kalten Sentimentalität. Und Sternheims „Hose“ hat bis heute nichts von ihrer Schärfe verloren. Weiterlesen

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theater-Betriebsnotizen 170

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theater-Betriebsnotizen 170 0

HEUTE: 1. „Die falsche Gärtnerin“ – Bode-Museum / 2. „Linie 1“- Jubiläum im Grips-Theater / 3. Film-Tipp: „Rabbi Wolff“ / 4. Shakespeare-Preis für Thomas Ostermeier

1. Bode-Museum
„Don Giovanni“ im still gelegten E-Werk, „Zauberflöte“ im U-Bahntunnel, jetzt „Die falsche Gärtnerin“ im Bode-Museum. Der Berliner Dirigent, Regisseur und Produzent Christoph Hagel hat ein Faible für extravagante Orte, für Oper und Mozart. Die bringt er in seinen Inszenierungen zusammen, auch, um auf diese Art einem dem Musiktheater fern stehenden Publikum die Lust zu wecken, es zu versuchen… Weiterlesen

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theater-Betriebsnotizen 169

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theater-Betriebsnotizen 169 0

HEUTE: 1. „Die wilden Weiber von Neukölln“ – BKA-Theater / 2. Erich Kästner wieder im Theater im Palais und – dicker Tipp! Erich Kästner in einem Buch von Michael Bienert / 3. Shakespeare-Memory im BE zu Williams 400. Todestag

1. Berliner Kabarett-Anstalt
Brigitte, Edith und Jutta sind ein Damen-Trio handfester Bauart. Sie bevorzugen ein herzhaftes Getränk namens „Futschi“ – korrekt im Verhältnis 80 zu 20 gemischt aus Cola und Weinbrand, je nach Stimmungslage und Tageszeit bescheidene 20 oder forsche 80 Prozent vom Gebrannten. Wie auch immer man mixt, man muss gestärkt sein für den Überlebenskampf in Nord-Neukölln. Da sollten Betonfrisur-Perücke wie BH fest sitzen, die Röcke ungeniert kurz, die Hochhackigen extrem high sein und die Klappe riesengroß. Dann klappt’s auch (halbwegs) mit den Nachbarn sowie der Selbstbehauptung als Hardcore-Individualistinnen in der rauen Gegend am Hermannplatz. Und das gelingt der Hartz-IV-Königin Edith Schröder (Ades Zabel), der Kneiperin Jutta Hartmann vom „Jutta’s Inn“ (Bob Schneider) sowie der Leggins-Boutique-Besitzerin Brigitte Wuttke (Biggy van Blond) nun schon seit – kaum zu fassen! – mehreren Jahrzehnten. Denn derart unverschämt lange schon tobt und tänzelt und stöckelt, säuft und singt, brüllt, heult und tuntet sich dieses unkaputtbare Emanzen-Trio über die Runden und durch die Zeiten. Aber jetzt ist einiges anders: Neukölln ist in und Liebling Buschkowsky nicht mehr im Amt. Weiterlesen