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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 203

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 203 0

HEUTE: 1. „Emil und die Detektive“ – Atze-Musiktheater / 2. „Krankheit der Jugend“ – Berliner Ensemble /Studio Pavillon

1. Atze-Musiktheater: Wer Berlin-Emil-Atze nicht kennt, hat die Welt verpennt
„Knorke ist doppelt so schnafte wie dufte“, das hat Emil Tischbein (Ilja Pletner) auch erst lernen müssen, nachdem er zu Hause in Neustadt von Muttern in den Zug gesetzt wurde, um bei Oma und Cousine Pony Hütchen im fernen Berlin Ferien zu machen. Doch unterwegs in der Eisenbahn klaut ihm Grundeis (Folke Paulsen), der fiese Mann mit dem Hut, die Reisekasse und obendrein die Extra-Knete, die Mama ihm als Zuschuss für Großmamas Rente mitgegeben hat. Zum Glück trifft Emil am Hauptbahnhof auf Gustavs Kinderbande (Gustav: Aciel Martinez Pól). Nachdem das mit „knorke“ geklärt ist, geht’s kollektiv auf abenteuerliche Diebeshatz quer durch Berlin. Einer für alle, alle für einen. Kinder an die Macht. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 202

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HEUTE: 1. „Wunschkinder“ – Renaissance-Theater / 2. Inge Keller – die Grande Dame des deutschen Theaters ist tot

1. Renaissance-Theater: Vom schleichenden Unglück mit Papas dicker Brieftasche
Da rackert man sich für die lieben Kleinen ab, damit ordentlich was wird aus ihnen – wobei wir die Grenzen zum pädagogisch Überkorrekten hingebungsvoll überschreiten. Doch dann kommt spätestens nach dem Abitur außer Undank und Respektlosigkeit, nichts zurück. Voll elternfinanziert hängen die Teenies im Full-Service-Hotel Mama & Papa ab. Chillen, bis sie kurz vor Mitternacht wieder um die Häuser ziehen von Party zu Party. Bei Nachfragen hinsichtlich Zukunft, mithin so Sachen wie Studium, Ausbildung, Beruf, da kommt statt einer Idee bloß ein genervter Augenaufschlag. „Man redet, man baut goldene Brücken, macht Vorschläge und was sitzt neben einem? Totes Fleisch. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 201

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HEUTE: 1. „Minna von Barnhelm“ – Schlosspark Theater / 2. Ein Zwischenruf vom designierten neuen BE-Intendanten / 3. Fernsehtipp Montagskultur unterwegs: Der FVB-Theater-Talk auf Alex-TV

1. Schlosspark Theater: Sächsisch-preußische Liebeshändel in Berliner Kneipe
Es ist ein schweres Paket, das Major von Tellheim da als Heimkehrer aus dem Siebenjährigen Krieg mit sich schleppt: Er sitzt in einem Berliner Gasthof fest , weiß nicht recht weiter, ist verwundet, ziemlich mittellos, fühlt sich ungerecht behandelt von der Truppe, hadert mit aller Welt. Ein Depressiver mit verletztem Ehrgefühl nebst aristokratischem Standesdünkel, Minderwertigkeitskomplexen, Macho-Posen, preußischer Überkorrektheit, Zukunftsängsten, Kriegstraumata – und die große Liebe kam ihm auch noch abhanden. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 200

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HEUTE: 1. Zweihundert mal „von beschränkter Wichtigkeit“ – Grüße zum Jubiläum von Marcel Reich-Ranicki, Gerhard Stadelmaier, Alfred Kerr / 2. Ulrich-Wildgruber-Preis für DT-Schauspielerin Kathleen Morgeneyer

1. Zweihundert Theater-Betriebsnotizen und ein Riesenpapierkorb gefüllt mit vollgekritzelten Spiralblöcken. Die erste Nummer erschien – auf Initiative von Alice Ströver – am 17. September 2012; und seither immer montags neu. All die Jahre hindurch, abgesehen von sommerlichen Pausen. Muss erst mal einer nachmachen, liebe Kollegen und Freunde. Blumentöpfe und Sektflaschen sind an der Garderobe abzugeben… Und: Frische Spiralblöcke für weiterhin unterwegs in den Theatern liegen parat. Also auf zu neuen Erkundungen im Berliner Bühnen-, Brettl-, Showbetrieb. Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 199

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HEUTE: 1. „Die Glasmenagerie“ Deutsches Theater / 2. „Der eingebildete Kranke“ – Schaubühne

1. Deutsches Theater: Himmlisch entrückt im Wolkenkuckucksheim, trostlos ernüchtert im Keller der Enttäuschung
Sie ist wieder da! Die unvergleichliche, zu den wundersamsten Wandlungen, zu den verrücktesten Vieldeutigkeiten fähige Schauspielerin Anja Schneider. In Leipzig fing sie einst an, wurde von Armin Petras ans Gorki geholt, ging mit ihm fort nach Stuttgart. Jetzt spielt sie (danke, Ulrich Khuon) endlich wieder in Berlin, wo sie hingehört: Im Deutschen Theater.

Zum Einstand bekam sie, wie sich’s ziemt für eine solche Künstlerin, eine zünftige Rolle: Die der Amanda Wingfield, eigentlich die Hauptfigur in Tennessee Williams Sehnsuchts- und Vergeblichkeitsstück „Die Glasmenagerie“. Da kann sie so vieles in einem sein: Haus- und Muttertier, durchtriebenes Doofchen, Getretene, peinlich Lüsterne, um sich Schlagende, Komische, Biedere, Böse, Ängstliche. Eine Todunglückliche, die tapfer die Tränen wegsteckt, die immerzu aufs Daseinsglück setzt, aber leer ausgeht. Die Schneider kann da ganz groß aufdonnern. Oder ganz fein sein, hinterrücks, beiläufig, nur mit einer Geste, einem Blick, einem besonderen Ton. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 198

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HEUTE: 1. „Professor Bernhardi“ – Schaubühne / 2. Fernsehtipp Montagskultur unterwegs: Der FVB-Theater-Talk auf Alex-TV

1. Schaubühne: Störung katholischer Religionsausübung
Wohl jeder kennt das nur zu gut: Man will das Beste, es kommt was dazwischen, die Sache läuft schief und schiefer und wird diversen Interessen entsprechend manipuliert, aufgebauscht, skandalisiert. Alles zunächst gut Gemeinte verwandelt sich ins Gegenteil. Schließlich steht man nicht nur als Depp da, sondern als Versager. Oder Bösewicht oder gar als Verbrecher. Und alles durch übles Gerede, Geschreibe, Getwitter, durch Halbwahrheiten und Lügen. Eine intrigante gesellschaftliche Kommunikation macht so aus einem verehrten Unbescholtenen eine verdammte Unperson. Das geschah in Arthur Schnitzlers Anatomie einer Intrige (Schnitzler nennt sie sarkastisch „Komödie“) anno 1912 dem Wiener Klinikdirektor Bernhardi. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 197

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HEUTE: 1. „Marat / Sade“ – Deutsches Theater / 2. Franz Schuberts Gesänge an die Sterne – Zeiss-Großplanetarium / 3. Gastspiel: Queen Esther Marrow’s The Harlem Gospel Singers Show – Friedrichstadt-Palast

1. Deutsches Theater: Dialektische Links-Rechts-Gaukelei in schriller Kaspertheatershow
Gleich zwei Mal hintereinander in diesem Theater das Hickhack um den ewigen Widerspruch: Da die Revolution mit ihrem konformistischen Terror; und dort der Einzelne mit seinem sperrigen Individualismus. – Kürzlich erst gallebitter in den Kammerspielen mit Brechts „Fatzer“. Und jetzt nochmal, puppenlustig mit grausigem Unterton nebenan im DT mit „Marat/Sade“ von Peter Weiss. – Was für ein tolles Doppel! Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 196

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HEUTE: 1. „Endspiel“ – Berliner Ensemble / 2. „The One“ – Friedrichstadt-Palast / 3. Gregor Gysi trifft Otto Mellies – Deutsches Theater/ 4. Korkenknall

1. Berliner Ensemble: Wilsons Lichtspiele mit Becketts „Endspiel“
Herr Hamm kann nicht stehen; klebt am Rollstuhl, Knecht Clov kann nicht sitzen und läuft immerzu herum; nebenan in zwei Mülltonnen stecken Nagg und Nell, Hamms Eltern, seine „verfluchten Erzeuger“, beide ohne Beine. „Nichts ist komischer als das Unglück“, kommentiert Samuel Beckett beiläufig die vertrackte Lage der Vier, die weder miteinander noch ohneeinander können und gepeitscht werden von der qualvollen Sehnsucht, dass endlich Schluss sei mit diesem Unglücksspiel, das man euphorisch Leben nennt. Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 195

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HEUTE: 1. „Abschiedsdinner“ – Komödie am Kurfürstendamm / 2. Gedenken an Hans Pischner – Staatsoper / 3. „Pfusch“ – Volksbühne / 4. Zwischen den Jahren…

1.Kudamm-Komödie: Bissige Redeschlacht — Ingolf Lück & René Steinke
Wer kennt das nicht: Man hat da eine Einladung oder man muss einladen uralte Freunde, ältere Bekannte. Aber eigentlich hat man überhaupt keine Lust dazu. Nein, nicht der Alltagsstress; vielmehr sind es die langjährigen, zuletzt immer missmutiger, nur noch routinemäßig gepflegten Bindungen, die zu Altlasten wurden, die man eigentlich loswerden möchte. Man hat sich nicht wirklich noch was zu sagen, langweilt sich miteinander, geht sich trotz aller Höflichkeiten mächtig auf den Keks. Doch aufzuräumen mit diesen ausgeleierten Beziehungen und einfach Schluss zu machen, das wiederum traut man sich auch nicht recht. Vertrackte Lage! Weiterlesen

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Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 194

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HEUTE: 1. „Fatrasien“ – Das Helmi im Ballhaus Ost / 2. „Love it or leave it“ Gorki Theater / 3. Hermann Beils Weihnachtsspaziergang mit Robert Walser – Berliner Ensemble / 4. O du fröhliche…

1. Das Helmi: Kindsköpfige Traumreise von Schaumstoff-Gelichter durch Zeiten, Welten, Tief- und Flachsinn
Es gibt in der Pappelallee noch einige vom Häuser-Herausputz ausgelassene Ecken; beispielsweise die Nummer 15. Dort, im Hinterhof, existierte um 1900 ein zünftiges Musike-Etablissement für die umliegend schwofende Arbeiterschaft. Jetzt residiert hier das Ballhaus Ost, ein zünftig versiffter Off-Schuppen mit dem abenteuerlichen Charme des unfein Altfränkischen. Eine Art Wunderkammer. Ziemlich spucky. Wie geschaffen für die neue Produktion des Helmi „Fatrasien. Ein Unsinnswelttheater in sieben Akten“. Weiterlesen

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